Wirkstoffe unter der Lupe PDF Drucken E-Mail

Glycerin in Pflegeprodukten ist besser als sein Ruf

Glycerin wird seit Langem und in großem Umfang in der Hautpflege eingesetzt. Schon unsere Großmütter schworen auf seine hautglättende Wirkung. Leider kam Glycerin in der Vergangenheit völlig zu Unrecht in Verruf, da es nicht immer in geeigneten Emulsionssystemen verwendet wurde. Gerade bei dieser Substanz ist jedoch die Zusammensetzung der Creme und die Emulsionsgrundlage entscheidend für die Wirkung.

Reines Glycerin, wie es zum Beispiel in einzelnen Handcremes eingesetzt wurde, glättet zwar, führt aber durch einen wasseranziehenden (hygroskopischen) Effekt zur Austrocknung der Haut. Dies hat den Wirkstoff, der rechtlich sogar nur als Hilfsstoff klassifiziert wird, in Verruf gebracht. Jetzt wird Glycerin jedoch wieder rehabilitiert und seine umfangreichen positiven Wirkungen werden in der Hautpflege genutzt.

Dies gilt vor allem, wenn es in leichteren Feuchtigkeitscremes oder Lotionen eingesetzt wird. Die Feuchtigkeitswirkung ist dabei sogar effektiver als die von Harnstoff. Es verbessert vor allem die Wasserbindung zwischen den Zellen, während Harnstoff auch die Wasserbindung in den Zellen fördert. Dies spricht dafür, Harnstoff und Glycerin in Feuchtigkeitscremes zu kombinieren.

Laut Dr. Claudia Mügge von der Universität Leipzig ist eine Kombination von jeweils 5 Prozent Glycerin und Harnstoff zum Beispiel bei trockener Haut im Alter besonders wirksam.(Dermatologie Praxis 2010; 1:20.)

Es fördert das Abstoßen trockener Hornschüppchen und die Haut wird dadurch glatter und weicher, was sich sofort nach der Anwendung bemerkbar macht. Bei Langzeitanwendung erhöht Glycerin zusätzlich die Verformbarkeit und damit die Elastizität der Haut, was in Pflegecremes für das Gesicht gerne ausgenutzt wird.

Glycerin kann auf verschiedene Arten hergestellt werden, im kosmetischen Bereich wird häufig synthetisch produziertes oder auf pflanzlicher Basis hergestelltes Glycerin verwendet, das aus Pflanzenölen gewonnen wird.

Andere Herstellungsverfahren mit petrochemischen oder biotechnologischen Methoden spielen für kosmetisch-pharmazeutische Produkte keine Rolle.

Quelle:
frei HautforschungsInstitut

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