Ältere Frauen mit Migräne haben seltener Brustkrebs PDF Drucken E-Mail

Weibliche Hormone steuern beide Erkrankungen

Wer an Migräne leidet, braucht in der Regel keine weiteren Beschwerden zum Unglücklichsein. Starke Kopfschmerzen, oft gepaart mit Übelkeit und Erbrechen, belasten den Alltag und vermindern die Leistungsfähigkeit. Die weiblichen Hormone scheinen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne zu spielen. Aber auch Brustkrebs wird von Östrogenen und Gestagenen beeinflusst, wie eine aktuelle US-amerikanische Studie zeigte. 

Frauen sind nach der Pubertät und vor der Menopause deutlich häufiger von Migräne betroffen als Männer. Der Anstieg und der Abfall der Hormonspiegel wirken sich auf das Wohlbefinden der Patientinnen aus. Hohe Östrogenspiegel schützen wohl vor den Kopfschmerzen, während sinkende Spiegel die Beschwerden auslösen.

Nicht selten leiden Frauen aber auch nach den Wechseljahren noch an Migräne. Sie haben aber einen Vorteil: Sie erkranken seltener an Brustkrebs, so die Untersuchung aus den USA. Für die Studie wurden Daten von 2000 Frauen mit und 1500 Frauen ohne Brustkrebs ausgewertet. Das Risiko von Frauen nach den Wechseljahren und mit Migräne, an Brustkrebs zu erkranken, ist demnach um 30 Prozent erniedrigt. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob die Frauen Medikamente gegen die Kopfschmerzattacken einnehmen oder nicht.

Die genauen Mechanismen, die hinter dieser Entdeckung stecken, sind noch nicht bekannt. Auf jeden Fall spielen wohl bestimmte Rezeptoren für Östrogene und Progesterone eine Rolle, die sich in der Zellwand der Brustzellen befinden. Es werden aber weitere Studien benötigt, um Klarheit zu bekommen.

Quelle:
Mathes R.W. et al.: Migraine in Postmenopausal Women and the Risk of Invasive Breast Cancer. Cancer Epidem. Biomarkers Prevent. 17: 3116-3122, 2008)

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