Mulitalent Süßholz: Hilft bei Gastritis und Husten PDF Drucken E-Mail

Die Arzneipflanze des Jahres 2012: Glycyrrhiza

Süßholz (Glycyrrhiza), aus dessen Wurzel Lakritz gewonnen wird, ist die „Arzneipflanze des Jahres 2012“. Die Wahl hierzu wird seit 1999 vom „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ der Würzburger Universität durchgeführt.

Was das Besondere der Pflanze ist?
PhytoDoc, das Portal für Gesundheit, Naturheilkunde und Heilpflanzen, hat recherchiert.

Lakritz, dessen Name sich aus dem griechischen Wort „glykeia rhiza“ herleitet (glykeia = süß, rhiza = Wurzel, im Lateinischen wurde daraus „glycyrriza“, im Mittellateinischen „liquiricia“), regt die Schleimproduktion im Magen an, wirkt entzündungshemmend und hindert den berüchtigten Keim Helicobacter pylori daran, sich an den Magenwänden festzusetzen. Alles in allem lassen sich der Pflanze somit reelle Chancen bei der Behandlung und Vorbeugung von Gastritis und Magengeschwüren einräumen.

Wirksam ist  jedoch nur echtes Lakritz, wie es in Apotheken und Reformhäusern erhältlich ist. Bei den in Apotheken und Reformhäusern erhältlichen Produkten (darunter auch Süßholzwurzeln, Lakritzextrakt, -Tee und -Elixier) sollte allerdings beachtet werden, dass es sich oft um „Stark-Lakritz“ handelt. Dieses sollte aus medizinischen Gründen nur in sehr kleinen Mengen konsumiert werden.

Lakritz soll übrigens auch gegen Viren helfen. So wird in Japan die Süßholzwurzel seit über 20 Jahren zur Behandlung der chronischen Hepatitis C eingesetzt.

Erste Ergebnisse einer Studie, die Dr. Roman Huber vom Zentrum für Naturheilkunde an der Universität Freiburg gemeinsam mit japanischen Forschern durchführte, scheinen diese Indikation zu bestätigen.

So weist vieles darauf hin, dass regelmäßige Injektionen mit Süßholzwurzelextrakt zusätzlich zur medikamentösen Behandlung die Leberwerte der Patienten verbessern können. Die antivirale Wirkung wird dabei auf Glycyrrhizin, den Hauptwirkstoff der Süßholzwurzel, zurückgeführt, der im Bereich Viren-Bekämpfung ein Allround-Talent zu sein scheint.

Mit Lakritz Bakterien zum Platzen bringen?
Einen  besonderen Effekt des Glycyrrhizins beschreibt eine Studie aus Texas: Glycyrrhizin scheint eine heilende Wirkung bei lebensbedrohlichen Infektionen zu haben, die nach Verbrennungen häufig auftreten. Offenbar verbessert der Süßholz-Wirkstoff die Fähigkeit der geschädigten Haut, sich gegen Bakterien zu verteidigen. Glycyrrhizin könnte in Zukunft insbesondere dazu beitragen, antibiotikaresistente Krankheitserreger zu bekämpfen, schreiben die Wissenschaftler um Fujio Suzuki von der University of Texas in Galveston.

Andere Forschungen, die sich nicht nur auf Glycyrrhizin, sondern auch die im Süßholz enthaltenen Flavonoide konzentrieren, untersuchen die Wirksamkeit von Lakritz gegen Krebs, oxidativen Stress und Allergien – mit durchaus viel versprechenden Ergebnissen. Es scheint, als sei die Süßholzwurzel ein phytotherapeutischer Tausendsassa.

50 g pro Tag
Der Dauergebrauch von Lakritze und Süßholzpräparaten kann allerdings mit Nebenwirkungen verbunden sein: Ab einer Dosis von 100 Milligramm Glycyrrhizinsäure täglich kann es zu Verschiebungen im Mineralstoffhaushalt kommen: Der Natriumpegel im Körper steigt, der Kaliumpegel sinkt.

Herz-Kreislauf-Kranke, Diabetiker und Schwangere sollten Süßholzprodukte daher nur in sehr kleinen Mengen zu sich nehmen oder besser ganz verzichten. Für alle anderen gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Folgendes als Richtlinie an: bei regelmäßigem Verzehr maximal 50 Gramm Lakritz pro Tag konsumieren.

Süßholztee
1/2 TL geschnittene Süßholzwurzel mit 1 Tasse kaltem Wasser zum Kochen bringen, kurz kochen lassen und abgießen. Bei Magenbeschwerden und Bronchitis 3–5-mal tgl. 1 Tasse trinken. Für Rezepte gilt: Medizinische Tees mit Süßholz nie länger als vier Wochen anwenden!

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