Sekundärinfektionen PDF Drucken E-Mail

Viren schwächen den Körper und lassen oft eine Spur der Verwüstung zurück.

So haben Sekundärinfektionen durch andere Viren oder Bakterien leichtes Spiel.

Ein beeinträchtigtes Immunsystem ist zunächst für die Jäger, die Erkältungsviren, eine leichte Beute. Ohne Probleme können sie sich z. B. in trockenen, schlecht durchbluteten Schleimhäuten einnisten und ihren Pfad der Zerstörung schlagen.

Der Körper wehrt sich gegen die Eindringlinge, der Mensch verspürt die typischen Symptome. Der Hals kratzt, die Nase läuft, der Kopf dröhnt. Irgendwie ist einem richtig elend zumute. Alles aber gute Anzeichen dafür, dass die natürliche Abwehr auf den Plan gerufen ist, doch sie braucht ihre Zeit. Zeit ist jetzt der größte Feind des Menschen, denn jede Minute, die das Immunsystem in die Virenbekämpfung investiert, kostet Kraft. Und die ist nicht unbegrenzt vorhanden ...

Sehr schnell bahnen sich die Erkältungserreger manchmal bei einem beeinträchtigten Immunsystem ihren Weg von den oberen in die unteren Atemwege. Der Fachmann spricht dabei von einem „Etagenwechsel“.

Wenn die Viren es schaffen, vom Nasen-, Hals- und Rachenraum weiter in die Atemwege vorzudringen, können sie nun eine Entzündung der Luftröhrenäste hervorrufen, die bekannte Bronchitis. Nur in wenigen Fällen ist eine akute Bronchitis bakteriell bedingt,

in der Regel sind hier die gleichen Virentypen am Werk, die schon in Hals und Nase für Unbehagen sorgen. Die feinen Flimmerhärchen, die eigentlich für den Abtransport der vom Schleim eingeschlossenen Fremdkörper wie Schmutzpartikel und Bakterien zuständig sind, werden richtiggehend gelähmt.

Die Folge:
Die Lunge produziert übermäßig viel Schleim. Die befallenen Zellen der Flimmerhärchen werden schließlich ganz zerstört, die schützende Schleimhaut bildet sich zurück. Den Eindringlingen ist nun endgültig Tor und Tür geöffnet, so dass die Viren ganz bequem weiter in die Lunge vordringen und dort eine Pneumonie (von gr. „pneumon“ für Lunge) auslösen können. Die Lungenentzündung tritt meist im Verbund mit einer Rippenfellentzündung auf und erfordert dringend ärztliche Hilfe.

Sekundärinfektionen im Kopfbereich
Die Viren dringen nicht nur höchstpersönlich in die Atemwege vor, sie lassen auch gerne für sich arbeiten, bevorzugt, wenn es in höhere Gefilde, sprich den Kopfbereich, geht. Das von der Nasennebenhöhlenschleimhaut produzierte schleimige Sekret wird normalerweise durch einen kleinen Gang in die Nase weitergeleitet. Schwillt das Gewebe infolge der entzündlichen Vorgänge bei einem grippalen Infekt aber zu, ist der Weg nicht frei, der Schleim staut sich und bietet Krankheitserregern jeder Art, Viren und Bakterien, einen idealen Nährboden.

Eine solche Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) äußert sich durch
• heftige Kopfschmerzen
• eitrigen Schnupfen

Ganz ähnlich ist die Ausgangslage bei der Mittelohrentzündung (Otitismedia). Infolge der bei einer Erkältung geschwollenen Schleimhaut im Nasen und Rachenraum kann es zu einem Verschluss der so genannten Ohrtrompeten kommen, die sich gewöhnlich beim Schlucken öffnen und schließen. Sie bilden die Belüftungseinheit des Mittelohrs. Ist dieser „Luftschacht“ aber verstopft, so sammelt sich – wie bei der Sinusitis – der Schleim. Bevorzugt Streptokokken (eitererregende Kettenbakterien) nehmen die Einladung gerne an und setzen sich ins gemachte Nest.

Symptome:
• starke Ohrenschmerzen
• Fieber bis über 40 Grad

Eine Mittelohrentzündung sollte unbedingt durch einen Arzt behandelt werden, da weitere Komplikationen drohen, etwa eine Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung (Sepsis).

Da neben Nase und Mund die Augen eine weitere typische Eingangspforte für Rhinoviren bilden, können die Viren gleich beim „Erstkontakt“ in die Augen gelangen – und von dort über den Tränenkanal in den Rachen –, oder sie wandern im Rahmen der Erkrankung dorthin, begünstigt etwa durch eine Schmierinfektion.

Und das geht schneller, als man denkt. Hat man sich beispielsweise die Nase geputzt und ist dabei auch nur ein Hauch des eitrigen Sekrets an der Hand hängen geblieben, so sind die Viren blitzschnell verteilt, sobald man sich einmal über das Gesicht reibt. Gut zu wissen: Viren können selbständig – also ohne an einen neuen Wirt „anzudocken“ – bis zu drei Stunden überleben.

Oft ist deshalb der Zusammenhang einer Erkältung mit der dadurch ausgelösten Bindehautentzündung, medizinisch „Konjunktivitis“, schwer zu durchschauen.

Symptome:
• gerötete Augen
• in Verkleben der Lider durch vermehrte Sekretabsonderung
• manchmal Juckreiz

Quelle: Procter & Gamble Service GmbH .